Keine Abschiebungen in den Krieg

11.06.2017 Afghanistan-Abend: Übersetzer der NATO-Truppen berichtete

Es ist skandalös, wie der Westen mit seinen ehemaligen Helfern in Afghanistan umgeht. Mit diesem Gefühl gingen viele Falkenseer nach Hause, die am vergangenen Sonntag zum afghanischen Abend in den interkulturellen Begegnungsraum B80 gekommen waren. Als Übersetzer für die NATO-Truppen hatte Aref Sadat, der mit seiner Familie jetzt in Falkensee lebt, bis 2015 in seiner Heimat gearbeitet. Von den Taliban war er deswegen mehrfach mit dem Tod bedroht worden, wie er an dem Abend berichtete. Aber sein Asylantrag wurde abgelehnt, weil er die Gefahr für sein Leben nicht ausreichend belegt habe, wie es in dem Ablehnungsschreiben hieß. „Das ist beschämend“, brachte es ein Besucher auf den Punkt. Aref Sadat hat Widerspruch eingelegt und will notfalls auch vor Gericht gehen. Von ganz ähnlichen Erfahrungen berichtete ein anderer junger Afghane, der ebenfalls für die NATO übersetzt hatte und dessen Asylantrag jetzt auch abgelehnt wurde. Zurück nach Afghanistan will Aref Sadat in keinem Fall. „Wir sollen für die Regierung unseren Kopf hinhalten, während die mächtigen Leute dort sich hinter dicken Mauern verstecken und ihre Familie im Ausland unterbringen“, sagte er.

 

 

Denn eines wurde an dem Abend deutlich: Sichere Orte gibt es in Afghanistan nicht. Das hat zuletzt der Anschlag in Kabul am 31. Mai gezeigt, bei dem über 150 Menschen getötet wurde, darunter ein Wachmann der deutschen Botschaft. Die Bundesregierung hat daraufhin Abschiebungen in das Land vorübergehend ausgesetzt. Die Initiative Willkommen in Falkensee ruft dazu auf, alle Abschiebungen nach Afghanistan dauerhaft zu stoppen und den hierher Geflohenen einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu verschaffen.

Ehrenamtsbrunch am Samstag 20.05.2017

Am 20.5.2017, um 11.30 Uhr, würdigt der ehemalige Direktor des Anne Frank Zentrums Thomas Heppener im Interkulturellen Begegnungsraum B80 in der Bahnhofstraße 80 die vielen Menschen, die sich in Falkensee in ihrer Freizeit für ein noch besseres Zusammenleben in der Stadt engagieren. Von 11-14 Uhr werden sich, für die Menschen, die sich ebenfalls einbringen wollen, die Arbeitsgruppen der Willkommensinitiative und der Lokalen Agenda 21 vorstellen und zum Mitmachen einladen. Vom Füreinander zum Miteinander!

Das gute Miteinander in Falkensee zu erhalten und weiter zu verbessern geht uns alle an. Ob im Einklang mit der Natur zu leben und sich für Bäume oder Eichhörnchen einzusetzen. Oder Teilhabemöglichkeiten zu schaffen und Barrieren abzubauen, egal ob sprachliche, stoffliche oder Ressourcen bezogene. Wenn die Aufenthaltsqualität im Öffentlichen Raum verbessert werden soll, Begegnungsräume geschaffen oder erhalten bleiben können, immer braucht es Engagement um den Aspekten Gehör zu verschaffen oder sie umzusetzen.

Besuchen Sie uns, hören Sie die Felder, in denen Sie sich ehrenamtlich Engagieren können und lernen Sie Falkenseeer*innen kennen, mit denen Sie etwas bewegen.

 

Hier gehts zur FB Veranstaltung 


Das sind wir - "Willkommen in Falkensee"


"Willkommen in Falkensee" SprecherInnen der AGs, u.a.
"Willkommen in Falkensee" SprecherInnen der AGs, u.a.

Wer wir sind

Die Initiative Willkommen in Falkensee ist ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Falkensee im Havelland, die sich für eine aktive Willkommenskultur für Flüchtlinge (auch) in Falkensee stark macht. Wir arbeiten gerne mit allen zusammen, die sich für eine weltoffene, demokratische und diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen.



Wir treffen uns jeden 2. Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der B80, Bahnhofstr. 80 

Plenum in der B80 am 09.05.2017



BIF e.V.

Erfahren Sie mehr über den neu gegründeten Verein "Begegnung in Falkensee" e.V. >>>


 

 

 

Informationsmaterial und  Flyer der Initiative "Willkommen in Falkensee"

gibt es hier


Wie alles begann

Wir finden es richtig, dass sich der Landkreis Havelland und die Stadt Falkensee  entschlossen haben, auch in unserer Stadt Flüchtlinge aufzunehmen. Im Herbst 2013 hatte die Stadtverordnetenversammlung Falkensee parteiübergreifend beschlossen, dass unsere Stadt einen Beitrag zur Aufnahme von Flüchtlingen leisten wird. Seit Juni 2015 sind nun in der Kremmener Straße/Bergstraße zwei dreigeschossige Häuser mit Mehrbett-Appartements für 64 Flüchtlinge fertiggestellt.  

Gruppe von Menschen hinter einem Billardtisch
Zweites Treffen der WiF-Initiative am 4. März 2014

Bereits zum Jahreswechsel 2013/14 hatten sich Bürger und Bürgerinnen in der Facebookgruppe „Willkommen, denn Falkensee kann anders“ zusammengefunden, um die Flüchtlingsaufnahme zu unterstützen. Seit Februar 2014 arbeiten wir nun mit vielen Akteuren gemeinsam an einer Willkommenskultur hier in Falkensee. Dabei gilt es zunächst auch Ängste, Unsicherheiten und Vorbehalte bei ansässigen Einwohnerinnen und Einwohnern abzubauen. Gleichzeitig wollen wir ein Netz weben, das nicht nur Flüchtlingen, sondern allen Menschen dient und  Aktivitäten anbietet.




 

Die Initiative 'Willkommen in Falkensee' ist eine Arbeitsgruppe der

Lokale Adenda 21 Falkensee e.V..