Nur Gewinner beim Fußballturnier in Nauen

Flüchtlinge aus dem Heim in Falkensee und Mitglieder von „Jugend für Asyl“ mit Bürgermeister Detlef Fleischmann (r.) bei der Siegerehrung; Quelle: privat
Flüchtlinge aus dem Heim in Falkensee und Mitglieder von „Jugend für Asyl“ mit Bürgermeister Detlef Fleischmann (r.) bei der Siegerehrung; Quelle: privat

Dass viele Menschen in Nauen sehr wohl für Toleranz stehen, zeigten sie am Sonnabend. Bei einem großen Fußballturnier, an dem Teams von Flüchtlingen aus Friesack und Falkensee sowie Hobbymannschaften aus dem Havelland teilnahmen, wurden alle Sportler angefeuert. Am Ende gab es nur Gewinner.

 

Nauen. Durch den Brandanschlag auf die geplante Notunterkunft für Flüchtlinge – eine Turnhalle des Oberstufenzentrums – hat Nauen in den vergangenen Wochen bundesweit traurige Bekanntheit erlangt. Dass viele Menschen in der Stadt für Toleranz stehen, hat die Willkommensinitiative „Nauen für Menschlichkeit“ am Sonnabend bewiesen. Bei einem großen Fußballturnier mit über 250 Gästen auf dem Gelände des VFL Nauen spielten mehrere Freizeitteams aus dem Havelland gegen zwei Mannschaften aus dem Flüchtlingsheim Friesack und ein Team aus Falkensee, welches aus Flüchtlingen und Mitgliedern der Initiative „Jugend für Asyl“ bestand.    >>>

Dabei war zu erkennen: Beim Fußball gibt es keinen Unterschied zwischen Geflüchteten und Deutschen, hier funktioniert Verständigung auch über Sprachbarrieren hinweg. Das freute Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD), der zur Siegerehrung gekommen war. „Bei diesem Turnier gibt es nur Gewinner“, sagte er.

Tatsächlich gab es nicht nur Gewinner, sondern auch zwei sportliche Sieger und das waren die Teams aus den Heimen in Falkensee und Friesack. Damit sich die Bewohner der Heime auch weiterhin sportlich betätigen können, bekamen sie anstatt eines Pokals einen neuen Fußball für ihr Heim geschenkt. Über eine gelungene Veranstaltung freute sich auch Nico Schlott, Mitglied der Initiative Nauen für Menschlichkeit: „Es ist ein starkes Zeichen, dass so viele Leute zusammengekommen sind um zu zeigen, dass Flüchtlinge in Nauen willkommen sind.“ Am Ende des Tages brachte die Landtagsabgeordnete Andrea Johlige (Die Linke) bei der Siegerehrung die eigentliche Erkenntnis des Tages auf den Punkt: „Sport ist die beste Methode für eine gelungene Integration“.  Von Markus Kollberg (Oktober 2015)