Rund 800 Anwohner besuchten die Notunterkunft Seegefelder Straße

Die Häufung von Unterkünften für Flüchtlinge im Umfeld der Semmelhacksiedlung gibt Anwohnern offenbar Anlass zu Sorge. Das wurde auf zwei Informationsveranstaltungen am Montag, den 16. November, deutlich. Der Landkreis Havelland als zuständige Behörde und der Betreiber, die Johanniter-Unfall-Hilfe, hatten kurz vor dem Einzug der ersten Bewohner in die neue Flüchtlingsunterkunft in der Seegefelder Straße eingeladen.

Die Sprecherin der Initiative Willkommen in Falkensee, Kathleen Kunath, erklärte: "Die Entscheidungen sind gefallen. Wir können nicht beurteilen, ob es bessere Standorte gegeben hätte. Wichtig ist jetzt, möglichst rasch den Bau von preiswerten Wohnraum in Falkensee zu ermöglichen, damit die Provisorien nicht länger als unbedingt notwendig in Anspruch genommen werden." Deshalb dürfe zwischen Berlin und Falkensee "die Unwidmung von Grünflächen zu Bebauungsgebieten kein Tabu mehr sein", so Kunath mit Blick auf die Falkenseer Grünen und die CDU, die hier noch Bedenken haben. 

Anwohner besichtigen Flüchtlingsunterkunft vor Bezug. Quelle: Laura Sander
Anwohner besichtigen Flüchtlingsunterkunft vor Bezug. Quelle: Laura Sander
Betreiber der Unterkunft ist die Johanniter-Unfall-Hilfe Quelle: Laura Sander
Betreiber der Unterkunft ist die Johanniter-Unfall-Hilfe Quelle: Laura Sander

Kunath empfahl den Verantwortlichen in Stadt, Landkreis und bei der Polizei ein offenes Ohr für die Wünsche der Anwohner zu haben. "Wir unterstützen alles, was dem Zusammenleben dient", betonte sie.  Bei dem Treffen in der neuen Flüchtlingsunterkunft ging es um Herkunft und Zusammensetzung der Flüchtlinge, um ihre Möglichkeiten zum Besuch von Schulen und Kindergärten, und um die konkreten Bedingungen der Unterbringung.  Auch Sicherheitsfragen waren immer wieder ein Thema.  Ein Anwohner sagte: "Meine Sorge sind nicht die Bewohner des Heimes. Ich habe Sorge vor rechtsradikalen Gegnern." Vertreter des Landkreises verwiesen auf das Sicherheitskonzept der Polizei und den Wachschutz.