KANDIDATEN-CHECK zur Landratswahl im Havelland

Landrat Havelland Wahl Lewandowski
Platz der Freiheit 1, Rathenow - Sitz der Kreisverwaltung Havelland

Fragen an die Kandidaten

STICHWAHL am 24.4. ebenfalls gescheitert

Bei der Landratswahl im Havelland kam es am Sonntag den 24.4. zur Stichwahl zwischen Roger Lewandowski (CDU) und Martin Gorholt (SPD), den beiden Bestplatzierten aus dem ersten Wahlgang am 10.4. Doch erneut erreichte keiner der Kandidaten die notwendige Mindest-Stimmenzahl um direkt ins Amt gewählt zu werden. Somit müssen nur die Abgeordneten des Kreistages (2014 gewählt) darüber entscheiden, wer neuer Landrat im Havelland wird. An der Stichwahl hatten sich nur 28,75 % der Wahlberechtigten beteiligt. 


Die Initiative Willkommen in Falkensee hatte die Wahl eines neuen Landrats / einer neuen Landrätin mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Der Landrat / die Landrätin des Havellandes ist Beamter / Beamtin auf Zeit, und wird für acht Jahre gewählt. Wir hatten die Kandidaten befragt zu Themen, die alle HavelländerInnen betreffen: 


  1. Qualifikation: Wenn Sie am 10. April gewählt werden, untersteht ihnen eine Behörde mit rund 1000 Mitarbeitern. Sie müssen zudem in allen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Region immer informiert sein und den Kreis nach außen repräsentieren. Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?
  2. Ziele: Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele, die Sie als Landrat / Landrätin möglichst zu Anfang Ihrer acht-jährigen Amtszeit umsetzen möchten?
  3. Wohnraum: Vor allem im Osthavelland ist günstiger Wohnraum knapp. Was werden Sie als Landrat/Landrätin grundsätzlich unternehmen, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum im Havelland für alle zu verbessern? Gibt es konkrete Pläne?
  4. Bildung: Was werden Sie als Landrat/Landrätin dafür tun, dass es ausreichende Schulplätze im Bereich der Sekundarstufe I und II im Landkreis Havelland gibt?
  5. Fremdenhass: Es gibt auch im Havelland immer wieder Menschen, die öffentlich ihre Abneigung gegenüber Fremden äußern. Was sind nach Ihrer Erkenntnis die Gründe für diese ablehnende Haltung? Wie werden Sie als Landrat/Landrätin darauf reagieren?
  6. Unterkünfte: Der Landkreis hat bereits angekündigt, Notunterkünfte sobald wie möglich gegen feste Unterkünfte für Hilfsbedürftige ersetzen zu wollen. An welchen Orten des Havellandes ist das Ihrer Ansicht nach möglich? Wann kann mit dem Bau begonnen werden?
  7. Verteilung: Viele ländliche Gemeinden im Havelland leiden unter Bevölkerungsschwund. Kann der Zuzug von Migranten dem entgegenwirken?
  8. Arbeitsmarkt: Wichtige Voraussetzung für eine langfristig gelingende Integration von Migranten ist eine Arbeitsstelle, um wirtschaftlich unabhängig zu sein. Was kann und was will der Landkreis unter Ihrer Führung tun, um eine schnelle Integration am Arbeitsmarkt zu erreichen?
  9. Migration: Im vergangenen Jahrzehnt sind auch viele Menschen aus osteuropäischen Staaten, die teilweise heute zur EU gehören, ins Havelland zugewandert. Ist die Integration dieser Menschen aus Ihrer Sicht gelungen?
  10. Ehrenamt: Die Leistungen der vielen freiwilligen Helfer im Umgang mit Flüchtlingen werden zwar inzwischen von Politikern manchmal gelobt, trotzdem bleibt nicht selten der Eindruck, dass hier unentgeltlich Arbeit geleistet wird, die eigentlich staatliche Stellen übernehmen müssten. Wie stehen Sie dazu?
  11. Persönliche Erfahrung: Wann haben Sie sich zuletzt mit einem Flüchtling oder einem Asylsuchenden unterhalten? Welche Unterkünfte im Landkreis haben Sie persönlich schon besucht? Wie war Ihr Eindruck?

>> Fragen-Brief als pdf download



Wir haben die Fragen per Brief an alle acht vom Kreiswahlausschuss >> zugelassenen Wahlvorschläge geschickt und baten um eine Antwort möglichst bis zum 14.3. Geantwortet haben Martin Gorholt (SPD), Roger Lewandowski (CDU), Raymond Heydt (PIRATEN), Kai Gersch (AfD), Petra Budke (Bündnis90/DieGrünen) und Harald Petzold (Die LINKE).