Fremdenhass



Frage 5: 

Es gibt auch im Havelland immer wieder Menschen, die öffentlich ihre Abneigung gegenüber Fremden äußern. Was sind nach Ihrer Erkenntnis die Gründe für diese ablehnende Haltung? Wie werden Sie als Landrat darauf reagieren?


Roger Lewandowski, CDU


Als Christdemokrat engagiere ich mich schon seit meiner Jugend für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gilt es entschieden zu bekämpfen. Deshalb unterstütze ich das vielfältige Engagement gegen politischen Extremismus, Rassismus, und Fremdenfeindlichkeit. Meine Erfahrung ist, dass Abneigung gegenüber Fremden oft auf Unkenntnis beruht. Je besser sich Menschen kennenlernen ..., desto größer die Chance, dass man einander nicht nur mit Respekt, sondern auch mit Empathie begegnet. Mehr Möglichkeiten für Begegnungen schaffen, das ist, wofür ich mich auch als Landrat einsetzen werde. ... Aus meiner Sicht ist es wichtig, klare Grenzen da zu setzen, wo unsere gesellschaft- lichen Werte in Gefahr sind und gleichzeitig immer wieder mit verunsicherten Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch zu suchen.

 

Martin Gorholt, SPD


Hass und Hetze müssen klar beim Namen genannt werden. Menschenverachtende Parolen und brennende Flüchtlingsunterkünften sind keine „Asylkritik“ oder Ausdruck von „Besorgten Bürgern“, sondern Verbrechen. Dennoch halte ich es für wichtig, auf Verunsicherungen in der breiten Bevölkerung zuzugehen. Ich stehe für eine Flüchtlingspolitik der Transparenz und Toleranz. Transparenz bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger eingebunden und mitgenommen werden sollen. Ich will umfassend über Fragen der Erstunterbringung und die Herausforderungen der Integration bei Wohnen, Bildung und Arbeit informieren und diskutieren. Toleranz wiederum bedeutet, sich mit aller Kraft gegen Hass und Hetze der Rechtsextremen zu stellen. Dafür will ich eine Kampagne "Respekt statt Gewalt" starten.

 

Petra Budke, Bü90/DIE GRÜNEN


Das Havelland gilt inzwischen als Hochburg rechtsextremer Aktivitäten. Aber auch der sogenannte Alltagsrassismus ist leider ein weit verbreitetes Phänomen. Es gibt dafür keine einfachen Erklärungen und Konzepte. Schon in Kitas und Schulen müssen demokratische Werte, Respekt und Toleranz vermittelt werden. Eine Theorie besagt, dass die Fremdenfeindlichkeit da besonders groß ist, wo man keine Fremden kennt. Deshalb setze ich auf Aktivitäten, die persönliche Begegnungen und Kontakte ermöglichen, auf ein gutes Miteinander aller Menschen im Havelland, egal ob jung oder alt, einheimisch oder zugewandert. Eine Landrätin sollte an der Spitze des Engagements für ein buntes, tolerantes und weltoffenes Havelland stehen.

 



Harald Petzold, DIE LINKE


Ursachen für Fremdenhass oder besser: für Xenophobie gibt es viele. ... Die allermeisten sind in hohem Maße irrational oder gründen sich auf Unkenntnis und falsche Informationen. Was ich allerdings besonders ernst nehme, sind die Ängste vieler Menschen vor sozialem Abstieg und damit Verlust ihrer Lebensqualität oder der `Früchte´ langjähriger harter Arbeit. ... Als Landrat werde ich vor allem dafür sorgen, dass eine aktive Politik sozialer Gerechtigkeit und Solidarität von allen für alle betrieben wird. Das beginnt mit einer öffentlichen Diskussion über eine möglicherweise notwendige neue Einwohner-Willkommens-Kultur der öffentlichen Verwaltung und des JobCenters - ...

 

Kai Gersch, AfD


Ich bin gegen jegliche Form von Gewalt und Hass. Das schließt alle Formen des Extremismus ein. Wichtig ist mir aber, nach den Ursachen von Gewalt zu fragen. Und die sind vielfältig. Ein Grund ist sicherlich, dass die Menschen sich nicht mehr mitgenommen fühlen. Sie denken, sie werden alleine gelassen. Hier muß dringend gegengesteuert werden.

 

Raimond Heydt, PIRATEN


Die Gründe von Ablehnung des „Fremden“ sind individuell sehr unterschiedlich, wobei ich Ablehnung nicht mit Fremdenhass gleichsetzen würde. Oft sind es diffuse Ängste und das Gefühl im Leben zu kurz gekommen zu sein. Vorurteile, aber auch negative persönliche Erfahrungen sind häufig weitere Gründe für Ablehnung. Und natürlich gibt es auch einen politisch-ideologisch fundierten Fremdenhass, auf Basis rassistischer oder nationalistischer Grundüberzeugungen.

Ich habe zu diesem Thema eine einfache und klare Botschaft, welche ich auch als Landrat bei jeder Gelegenheit rüber bringen werde: Gleiche Rechte für alle Menschen. Immer. Überall.