AG Medizin

 

ÄRZTLICHE HILFE FÜR GEFLÜCHTETE

 

Ehrenamtliche Übergangslösung wird durch vom Landkreis finanzierten Arzt abgelöst

 

Das hat Ruhe reingebracht.“ sagt Jamal Awag, Leiter der Notunterkunft Seegefelder Straße in Falkensee. Er meint damit die ehrenamtliche ärztliche Sprechstunde der Initiative Willkommen in Falkensee, die am Dienstag  (8.3.16) zum letzten Mal stattfand.

 

Seit Anfang Januar hatten die Ärzte Szczepanski und Dr. Faki je einmal wöchentlich direkt in der Sammel-Unterkunft ihre Hilfe angeboten. So sahen sie in den acht Wochen etwa 240 Patienten. Mit im Team waren die Krankenschwestern Jutta Gunkel und Irene F.. Logistische Unterstützung kam von der Ärztin M. Claren-Hochfeld. 

 

Unter anderem für diesen Einsatz erhielt Dr. Faki im Januar den Bürgerpreis der Stadt Falkensee.

 

Um den Bewohnern im Ankommen in der neuen Umgebung nach den erschöpfenden Strapazen der Flucht medizinische Hilfe vor Ort anzubieten, hatten sich die ehrenamtlichen Teams formiert. Seit Eröffnung der Notunterkunft im Gebäude des ehemaligen Möbelhauses Agon Mitte November letzten Jahres, hatte es zahlreiche Rettungsdienst-Einsätze gegeben. Die ehrenamtliche Sprechstunde half dabei, diese sehr kostspieligen und häufig medizinisch nicht notwendigen Einsätze zu minimieren. Medikamentenspenden kamen von Apotheken, Kirchengemeinden und Einzelpersonen. Auch durch das Sozialamt wurden schlussendlich Materialien und Medikamente finanziert.

 

Ab dieser Woche wird nun ein angestellter Arzt des Medizinischen Dienstleistungszentrums der Havellandkliniken AG im Auftrag des Landkreises die Sprechstunde übernehmen.

 

Die AG Medizin in der Willkommensinitiative will sich nun auf die Koordination und Durchführung von Impfungen für Neuangekommene konzentrieren. Bereits Mitte Dezember war eine Grippe-Reihenimpfaktion gut angenommen worden. Insbesondere der Impfschutz gegen sich rasch verbreitende Krankheiten wie Masern, Röteln und Windpocken stehe auf der Agenda. „Diese Impfungen haben Priorität, sowohl zum Schutz der Geflüchteten, als auch für die übrige Bevölkerung. Leider ist vom Landkreis bisher keine Aktivität in dieser Richtung zu verzeichnen“, sagt Dr. Knut Horst, Sprecher und Koordinator der Medizin AG in der Initiative. "Unsere Bereitschaft bei der umfangreichen Aufgabe zu helfen steht. Wir werden nun konkreter in der Planung von Impfaktionen, nach Möglichkeit zusammen mit den weiteren Medizin-AGs im Osthavelland: „Willkommen in Dallgow“ und „Neue Nachbarn Schönwalde, und dem Landkreis, der für die medizinische Versorgung der Neuankommenden verantwortlich ist.“

 

In Berlin-Spandau sind routinemäßige Impfungen aller Neuankömmlinge in den Notunterkünften direkt bei Ankunft bereits seit Anfang letzten Jahres üblich.

 


Unser Selbstverständnis

Wir sind eine Gruppe von ÄrztInnen und TherapeutInnen mit unterschiedlichen Fachkompetenzen, die in Falkensee wohnen und zum Großteil hier praktizieren.

 

Wir wollen mit unserem ehrenamtlichen Engagement die positive Willkommenskultur und -atmosphäre in unserer Stadt in die Praxen übertragen, um eine menschlich positive medizinische Betreuung zu erleichtern. Wir möchten den Betreuern in den Wohnstätten helfen, die medizinische Versorgung der Geflohenen unbürokratisch zu gewährleisten.


Wir wollen die bürokratischen Strukturen der KZVLB, der Sozialämter und ggf. der KVBB möglichst einfach, transparent und verständlich in eine Form bringen. Vordrucke von benötigten Behandlungs- und Krankenscheinen und eine Übersicht der Abrechnungsmodalitäten für ärztliche Leistungen, Praxisbedarf, Medikamente und Impfungen sollen zugänglich gemacht werden. Hier können evtl. vorhandene Informationen verlinkt und Flyer genutzt werden. Diese sollten in den Praxen und auch in den Häusern für Betreuer und Asylbewerber ausgelegt werden.

 

Wir möchten Ansprechpartner sein für Heimleitung, Sozialarbeiter und Asylbewerber, um Probleme schneller zu lösen (z.B. bei schwer traumatisierten Menschen oder bei der Vermittlung von Akutpatienten). Die medizinische Betreuung soll in kontinuierlichen Gesprächen mit allen Beteiligten optimiert werden.

 

Wir sindmit den Medizin-AGs der Willkommensinitiatven umliegender Gemeinden vernetzt (Dallgow, Schönwalde,Nauen). Dadurch können wir eine breit aufgestellte Willkommensstruktur in unserer Region gestalten, die von möglichst vielen Menschen mitgetragen wird. 


Ehrenamtliche fachliche Hilfe:

 

Wir vermittlen ehrenamtliche Therapieangebote von Mitgliedern unserer Gruppe, das sind aktuell Physiotherapie, Zahnbehandlung, Ärztliche Behandlung, Homöopathie, Osteopathie.


Fragen an die Arbeitsgruppe:

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