Humanmedizin

Jeder Asylbewerber bekommt pro Tag und Behandlung einen neuen Krankenbehandlungsschein vom zuständigen Sozialamt in Rathenow, den er bei jedem Arztbesuch vorlegen muss.

Die Sozialarbeiter im Heim organisieren den Behandlungsschein für den Patienten.

Wenn der Hausarzt zu einem Facharzt überweist, stellt er einen normalen Kassenüberweisungsschein aus. Der Patient muss mit diesem Schein und dem Termin beim Facharzt zu seinem Sozialarbeiter im Heim gehen und sich für die neue Behandlung einen neuen Krankenbehandlungsschein vom Sozialamt geben lassen.

Wenn der betreuende Arzt oder Ärztin den Patienten nach einigen Tagen z.B. zur Laborkontrolle nochmal sehen will, kann dies auf der Rechnung vermerkt werden, und der Patient kann ohne neuen Schein kommen. Im Zweifel besser telefonische Rücksprache mit dem Sozialamt.

Die Patienten sind von der Zuzahlung für Medikamente, Heil- und Hilfsmittel befreit. Es soll ein Privatrezept ausgestellt werden.  Auf diesem soll, zusätzlich zu den Personenangaben auch "Asylbewerber" vermerkt sein. Die Apotheke rechnet direkt mit dem Sozialamt ab.

Die Ärtztin, der Arzt schreibt eine Privatrechnung mit 1-fachen bis 2,3 fachem Satz GOÄ an das zuständige Sozialamt.  Wenn ein höherer Satz abgerechnet wird, muss dies extra begründet werden,  z.B. mit Sprachschwierigkeiten.

Adresse: Sozialamt des Landkreises Havelland, Platz der Freiheit 1, 14712 Rathenow

In besonderen Notfällen kann der Arzt auch ohne Behandlungsschein behandeln. Der Schein wird dann nachgereicht. Dies muss vom Arzt/ Ärztin auf der Rechnung vermerkt werden.

 

Ansprechpartner im Sozialamt: 

Tel: 03385/ 551-2110: Jens.Rix@havelland.de,

Tel...                 -2552: Peggy.Pfeiffer@havelland.de

Tel...                - 2551: Annett.Wessel@havelland.de

 

Impfungen:

Für Ungeimpfte oder Asylsuchende, bei denen der Impfstatus nicht klar ist, haben RKI und STIKO ein Mindest-Impfangebot ausgearbeitet. Liegt eine Grundimmunisierung vor, sollen niedergelassene Ärzte die Nachimpfungen gemäß der STIKO-Empfehlung im weiteren Verlauf vervollständigen. Menschen, die bereits dokumentiert gegen Tetanus, Diphterie, Pertussis und Polio geimpft sind, sollen einmal eine Auffrischimpfung erhalten – bei Erwachsenen, wenn die Impfung zehn Jahre zurück liegt, bei Kindern nach fünf Jahren. Bei Masern und Röteln reiche es aus, wenn bei Erwachsenen eine Impfung dokumentiert sei, bei Kindern soll auch hier eine zweite Impfung erfolgen.

Ärzte sollen möglichst alle Impfungen in einem Ausweis erfassen. Liegt kein Impfpass vor, stellt das RKI über das Impfkonzept ein Ersatzdokument bereit. (siehe link oben)

Nach Deutschland kommen auch viele minderjährige Flüchtlinge, die allein reisen. Das RKI weist Ärzte daher darauf hin, dass Minderjährige selbst in eine Behandlung einwilligen können, sofern sie  „nach ihrer geistigen und sittlichen Reife die Bedeutung des Eingriffs ermessen können“.  Dies heißt für die Praxis: Ärzte müssen im Einzelfall beurteilen, ob die Einsichtsfähigkeit gegeben ist. Im Zweifel sei die Einwilligung der Personensorgeberechtigten – meist das Jugendamt – einzuholen.