Tipps für Flüchtlinge als zukünftige Mieter 


Wohnungsmarkt Berlin und Falkensee

Der Wohnungsmarkt in Berlin und Falkensee ist eng. Es fordert Ihren großen persönlichen Einsatz und eine gehörige Portion Glück, eine gute, preiswerte Wohnung zu finden. Widmen Sie der Wohnungssuche Kraft und Aufmerksamkeit und stellen Sie sich darauf ein, dass sich nicht alle Ihre Wünsche realisieren lassen. Setzen Sie Prioritäten.


Wo wird Wohnraum angeboten?

Wohnraumsuche im Internet

Wohnungsangebote in Zeitungen

  • Märkische Allgemeine Zeitung
  • Berliner Zeitung
  • Berliner Morgenpost
  • Tagesspiegel 

Wohnungsbau-Genossenschaften anrufen

Einfach mal anrufen und nachfragen. Bei den Wohnungsbaugenossenschaften ist häufig schon bekannt, dass eine Wohnung frei wird, die aber noch nicht in den Internetportalen eingestellt wurde.


Tipps Wohnungssuche

Vor Kontaktaufnahme zu Vermieter oder Besichtigung einer Wohnung

  

  • Wie sind die Regeln für Mietübernahme durch das Jobcenter? Bis zu einer Anzahl von wieviel Quadratmetern? Bis zu welchem Mietpreis? Oder wird generell ein bestimmter Zuschuss gewährt? Siehe dazu auch Tabelle >>> Wohnungsförderung
  • Wie viele Personen sollen dort wohnen?
  • Welches Einkommen haben diese Personen und welchen Anteil des Einkommens sind die Mieter bereit für die Wohnung aufzuwenden?
  • Bescheinigungen besorgen und zu Gesprächen mit dem Vermieter mitnehmen:

Aufenthaltsgestattung, Ausweis.

Leistungsbescheid vom Jobcenter.
Wohnberechtigungsschein (WBS) besorgen. Er ist Voraussetzung, um preiswerte, von der öffentlichen Hand geförderte Wohnungen beziehen zu können. Der WBS-Schein wird von der Stadtverwaltung  an Personen, die über wenig Einkommen verfügen, ausgegeben.

Schufa-Bonitätsauskunft besorgen.  Sie bescheinigt gegebenenfalls dem Vermieter, dass Sie bisher all ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen sind. Sie bekommen ihn über das Internet: >>> meineschufa.de 

  • Sollen mehrere Personen gleichberechtigt den Mietvertrag unterschreiben? (Kann für Vermieter attraktiv sein, da bei Ausfall eines Mieters ein zweiter oder dritter für die Gesamtmiete aufkommen muss)
  • Oder sollen Untermietverhältnisse begründet werden? – manche Vermieter gestatten dies nur, wenn die Identität der Personen bekannt gemacht wird, die in der Wohnung wohnen.
  • Informationen über Mietspiegel oder Vergleichsmiete einholen
  • In welchem Viertel liegt die Wohnung, die sie interessiert?  Passt Ihnen das soziale, kulturelle und politische Umfeld, die Bewohnerstruktur, die Umgangsformen? Nicht alle Menschen in Deutschland heißen Flüchtlinge willkommen.  Versuchen mit künftigen Nachbarn ins Gespräch zu kommen und zu fragen, wie die Nachbarschaft allgemein hinsichtlich der oben genannten Punkte aber auch vor allem bezüglich der Toleranz fremder Menschen gesehen wird.

 

Bei der Besichtigung oder im Gespräch mit Vermieter

  • Wohnung besichtigen, Zeit dafür nehmen, Termin bei Tageslicht machen
  • Auf Lärm achten z.B. Verkehrslärm
  • Gibt es Lärmschutzmaßnahmen (z.B. gedämmte Fenster) und bin ich dazu bereit, diese zu nutzen z.B. Schlafen mit geschlossenen Fenster
  • Sind alle Räume in einem bewohnbaren Zustand oder muss ich selbst investieren in Malerarbeiten, Sanitär, verdunkelnde Rollos bzw. Jalousien (falls Lichtempfindlichkeit bei Schlafen und Nachtarbeit)
  • Welche Miete und welche Nebenkosten werden verlangt, ggf. Nebenkostenabrechnung einsehen
  • Wird eine Mietsteigerung bereits vereinbart (Staffelmiete)?
  • Wie werden sich die Nebenkosten entwickeln (weniger, da neue Fenster eingebaut wurden oder mehr, weil Hausreinigung an eine Firma übertragen wurde)
  • Frage: Ist es möglich, den Mietvertrag und die Hausordnung für 2 oder 3 Tage vorab zu erhalten, um diese in Ruhe lesen und verstehen zu können
  • Wie hoch ist die Kaution? 2 Monatskaltmieten können als normal angesehen werden. Kaution wird in der Regel vom Jobcenter nur vorgestreckt.
  • Wenn in Mietvertrag oder Hausordnung Dinge unklar oder unverständlich formuliert sind, um Erklärung bitten oder um Abänderung, Ergänzung oder Streichung bitten.
  • Alles besichtigen, was zu der Wohnung gehört, auch den Keller oder den Dachboden, Fahrradkeller, Garage, Waschmaschinenraum. Sind alle Räume abschließbar und welche Schlüssel sind vorhanden.
  • Ist die Wohnung in einem für mich akzeptablen Zustand?
  • Gibt es ungewöhnliche Gerüche? Nach Erklärung dafür fragen! Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür: Abwassersystem marode, verendetes Ungeziefer unter Dielenboden, defekte Gasleitung
  • Sind die Fenster dicht (optischer Zustand)? Wenn nicht bei Wind und Kälte besichtigt wird, hilft fragen, entweder den Vermieter oder Makler oder den Vormieter oder Nachbarn.
  • Wenn die Wohnung renovierungs- oder reparaturbedürftig ist: Ist der Vermieter dazu bereit, eine Mietminderung zu gewähren, die dem Wert der selbst durchgeführten Leistung entspricht.
  • Welche Einrichtungen gibt es?

o   Küche: Herd (Gas oder Elektro?), Küchenmöbel, Warmwasserboiler, Zustand

o   Bad: Badewanne, Dusche, Toilettenbecken, Heizkörper (insbesondere daran denken, wenn im Sommer besichtigt wird, Fußboden (Fliesen können kalt sein, wenn Erdgeschoss oder mangelhafte Isolierung- Zustand der Einrichtung

o   Können verschlissene Einrichtungen ersetzt oder instand gesetzt werden vor Einzug (Entkalkung, Ersatz von Mischbatterien oder Duschabtrennungen?

  • Frage: Wie lange hat die Wohnung leer gestanden? Welche Gründe gibt es dafür?
  • Eine zweite oder dritte Person mitnehmen, denn 4 Augen sehen mehr als zwei und gleichzeitig mit dem Makler zu reden und eine Checkliste abzuarbeiten ist mitunter schwierig.
  • Wichtig: Bei allen kritischen Fragen immer freundlich bleiben und sich nie abfällig äußern. Der Vermieter wird nur dann bereitwillig Auskunft erteilen, wenn er auch annehmen kann, dass ehrliches Interesse an dem Mietobjekt vorliegt.